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Seelengemälde

Kombinationsdisziplinen · Wissen der Clans · Toreador

Wissen der Clans · S. 204–205

Toreador · 18 EP

Die althergebracht Kunstform des „Seelenmalens“ der Toreador erlebte im frühen 13. Jahrhundert eine kurze Blütezeit, aber nach dem Verlust (und angeblich Endgültigem Tod) von Katherine von Montpellier nahm man an, dass diese Technik für immer verloren sei. Vor kurzem ist Katherine jedoch zurückgekehrt. Nachdem sie aus einer jahrhundertelangen Starre erwachte, hat sie einigen wenigen vielversprechenden Schülern beigebracht, wie man das innere Wesen einer Person auf der Leinwand einfängt. Einige findige Toreador haben den Versuch unternommen, ihre Techniken abzuwandeln, damit sie auch in anderen darstellenden Künsten angewendet werden können, beispielsweise in der Musik, in Liedern und selbst in der Schauspielkunst.

Die Kunst gilt schon seit langem als das Tor zur Seele, normalerweise zu der des Künstlers. Hier offenbart das Gemälde jedoch die wahre Natur der abgebildeten Person. Die Botschaft, die dabei übermittelt wird, ist eindringlich, subtil und entspricht – wenn das Gemälde erfolgreich fertiggestellt wird – unzweifelhaft der Wahrheit. Schließlich gibt es in einem Seelengemälde keinen Platz für Lügen, denn selbst der Künstler weiß anfänglich nicht, was das Bild am Ende enthüllen wird.

Um ein solches Porträt zu zeichnen, muss der Künstler die betreffende Person eine ganze Stunde ohne Unterbrechung studieren. Natürlich kann dies geschehen, während die Person ihm Modell steht, aber ‑ aufgrund der Brisanz des abgebildeten Materials ‑ muss er sich bei seiner Arbeit oft auf zuvor gemachte Beobachtungen verlassen. Indem er nicht nur das Aussehen und Verhalten der Person genau betrachtet, sondern auch ihre Aura, gelangt er zu einer bewussten Form von Erkenntnis. Das allein genügt jedoch noch nicht: Der Künstler muss in eine Art kreative Trance verfallen und seine eigenen Vorurteile komplett ablegen, damit er ein Seelengemälde erschaffen kann.

Das Porträt muss während einer einzigen Sitzung gefertigt werden. Den Seelenmaler bei seiner Arbeit zu unterbrechen, ist dabei genauso schwierig, wie einen Toreador dazu zu bringen, sich vom Anblick eines Kunstwerks loszureißen. Normalerweise dauert es 10-12 Stunden, ein Gemälde anzufertigen, aber ein komplexeres Werk erfordert auch mehr Zeit – für Katherines Porträt von Erzbischof Monҫada waren Gerüchten zufolge mehr als 1.000 Stunden erforderlich – aber wenn das Werk einmal fertiggestellt ist, enthüllt es zahlreiche Wahrheiten.

System: Der Spieler führt einen Wurf auf Manipulation + Empathie durch (Schwierigkeit 6). Wenn bei dem Wurf auch nur ein einziger Erfolg erzielt wird, fängt das Gemälde (oder das jeweilige Kunstwerk) das Wesen der dargestellten Person ein. Für jeden weiteren Erfolg kann sich der Spieler entscheiden, einen der folgenden Aspekte abzubilden: Eine grobe Einschätzung der Menschlichkeit (oder des Pfades, wobei das Kunstwerk dann normalerweise nicht besonders schmeichelhaft wirkt), der Willenskraft, der Selbstbeherrschung, des Gewissens, der Überzeugung, des Instinkts oder des Mutes der Person.

Jeder, der die Kraft Seelengemälde beherrscht, kann auf Anhieb erkennen und verstehen, was in einem Gemälde dargestellt wurde. Jene, die die Kraft nie erlernt haben, müssen womöglich (die Entscheidung obliegt dem Spielleiter) zunächst einen Wurf auf Wahrnehmung + Magiegespür, Empathie oder Handwerk durchführen, um das Werk zu „entschlüsseln“. Die Schwierigkeit eines solchen Wurfes sollte jedoch niedrig ausfallen; es geht bei der Kraft schließlich darum, diese verborgenen, abstrakten Eigenschaften offen zur Schau zu stellen.

Bedenken Sie, dass Seelengemälde einen nicht unbedingt zu einem begnadeten Künstler macht – auch ein hingeschmiertes Portrait kann die Persönlichkeit einer Person einfangen. Ein derart talentfreier Maler hat diese Kraft jedoch höchstwahrscheinlich nicht von der Herrin selbst gelernt.

Es kostet 18 Erfahrungspunkte, diese Kraft zu erlernen.

Voraussetzungen: Auspex ••••, Präsenz ••