Spiegel aus Blut
Koldunische Hexerei · Rituale
Blutriten · S. 107
Stufe 5
Dieses legendäre Ritual wird für die Erschaffung ganzer Rudel Blutsbrüder eingesetzt, womit sie ganz ohne Kuss aus sterblichem Fleisch und kainitischer Vitae geformt werden. Einige Kainiten betrachten Spiegel aus Blut als Ketzerei wider des vampirischen Daseins. Andere betrachten es als den Höhepunkt vereinter magischer Forschung und Experimente. Ungeachtet dessen stimmen alle in einem überein: es ist äußerst gefährlich.
Die Tzimisce und die Tremere Antitribu des Sabbat ersannen gemeinsam dieses Ritual nach Jahrhunderten des Ausprobierens. Seine Meisterschaft ist unheimlich schwierig und seine Durchführung extrem heikel. Zur Durchführung des Rituals muss der Anwender zehn Kinder unter sieben Jahren gefangen nehmen. Ihre Herkunft und ihr Geschlecht ist egal, doch sie müssen alle dieselbe Blutgruppe haben und dürfen keinerlei Krankheiten oder genetische Defekte jeglicher Art aufweisen.
Alle Kinder müssen vom selben Vampir geghult werden. Dieser Vampir ist in der Regel ein leichtgläubiges Ding, entweder ein frisch erschaffener, ein unbedeutendes Kind oder ein Gefangener einer anderen Sekte. Über die nächsten drei Monate werden die Kinder abwechselnd von ihrem Domitor verwöhnt und vom Anwender des Rituals gefoltert, womit sie Nacht für Nacht zu perfekten Repliken voneinander geformt werden. Die Qualen und die Annehmlichkeiten nehmen rasch zu, bis am Ende der drei Monate die Geister der Kinder gebrochen sind und ihre Körper gleichermaßen entartet sind. In diesem Zustand übertragen sie ihren Eigensinn auf ihren Domitor und entwickeln ein bedingungsloses und tiefes Vertrauen in ihn. Ist dieser Punkt erreicht, müssen sie mit ansehen, wie ihr Domitor durch die Hand ihres Peinigers getötet wird und sollen anschließend ihren Domitor in der letzten Nacht des Rituals abschlachten. Mit einer letzten, verdrehten Anwendung hermetischer und elementarer Magie werden die Kinder ermordet, ihre Geister verschmolzen und ihre Erinnerungen geteilt. Danach werden sie durch die Macht des Rituals zurück ins Leben
geholt. Dieses gemeinsame Band – durch das ursprüngliche, gemeinsame Blutsband zu ihrem Domitor, das nun verstärkt und zu etwas weit Größerem verdorben wurde – bildet die dauerhafte und unveränderliche Einheit eines neuen Rudels perfekt identischer Blutsbrüder.
System: Die Kosten dieses Rituals betragen 3 Blutpunkte pro Kind, das in einen Blutsbruder verwandelt werden soll. Nach den drei Monaten der Durchführung, in der letzten Nacht des Rituals, muss der Thaumaturg zehn Würfe ablegen – einen für jedes Kind, das in das Ritual eingebunden wurde. Diese Würfe werden auf Intelligenz + Okkultismus (Schwierigkeit 9) abgelegt. Der Thaumaturg muss zumindest einen Erfolg erzielen, damit das Kind überlebt. Wenn zwei Kinder oder weniger den Prozess überleben, scheitert das gesamte Ritual und alle Kinder sterben. Überleben drei Kinder oder mehr, ist das Ritual ein Erfolg. Die Anzahl an überlebenden Kindern stellt gleichzeitig die Größe des neuen, geeinten Rudels Blutsbrüder dar.
Allein der Versuch dieses Rituals, ob erfolgreich oder nicht, verursacht einen Punkt Moralverlust durch Entartung, wenn es Menschlichkeit betrifft. Andere Pfade (besonders, wenn sie Tötungen ablehnen), können zu einem ähnlichen (oder höheren) Verlust führen. Blutsbrüder, die mit diesem Ritual erschaffen werden, sind unfruchtbar und können den Kuss nicht weitergeben.