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Potestas Vitae

Thaumaturgie · Thaumaturgie

Vampire: Das Dunkle Zeitalter - Jubiläumsausgabe · S. 303–304

Die Mysterien der Vitæ zu verstehen und zu kontrollieren, war die erste Aufgabe der Tremere, nachdem sie sich den Reihen der Verdammten angeschlossen hatten, und ihre Meisterschaft in dieser Form der Thaumaturgie trägt stark zu ihrem gegenwärtigen Ruf bei. Obgleich nicht jeder Thaumaturg diesen Pfad studiert, nehmen viele andere Kainskinder dies an und behandeln die Tremere mit der gebotenen Vorsicht. Es wird den Tremere erst in ferner Zukunft beschieden sein, einen der größten Nachteile der Potestas Vitæ zu überwinden: die Tatsache, dass manche ihrer Techniken den Thaumaturgen in die Nähe davon rücken, von eben jenem Blut gebunden zu sein, das er konsumiert hat. Jeder Kainit, der erfolgreich einen Weg entdeckt, dieses Problem zu lösen, kann sich dessen gewiss sein, reich belohnt zu werden.

• Ein Sinn für Blut

Diese Fähigkeit dient dazu, die Stärke von Feinden einzuschätzen – etwas äußerst Wichtiges in den tumultartigen Nächten des dunklen Zeitalters. Indem er einen einzigen Tropfen Blut schmeckt, kann der Thaumaturg seinen Ursprung in Erfahrung bringen. Sollte es Vitæ sein, kann der Thaumaturg die relative Macht (Generation) ihrer Quelle, ihre Frische (wie lange es her ist, seit der Vampir getrunken hat) und Konzentration (wie viel Blut der Vampir in sich trägt) erkennen. Ist es das Blut eines Sterblichen, kann er identifizieren, ob es mit Vitæ vermischt ist und somit Ghule zu erkennen, ebenso wie jegliche Erkrankung des Blutes – oder der Säfte – die die sterbliche Quelle plagt.

System: Der Thaumaturg konsumiert lediglich einen einzigen Tropfen Blut, gibt 1 Blutpunkt aus und würfelt wie üblich. Aufgrund des Grades des Fokus, den die Kraft erfordert, ist sogar dieser eine Tropfen genug, ihn einem Blutsband mit der Quelle einen Schritt näherzubringen, und somit zögern Tremere, sie außer auf Sterbliche oder wenn es absolut notwendig ist einzusetzen. 1 Erfolg kann bestimmen, ob Vitæ nun von einem Vampir einer weitaus höheren oder niedrigeren Generation als der Thaumaturg stammt, oder nicht, wobei mehr Erfolge präzisere Informationen bieten. Es erfordert mindestens 3 Erfolge, die Konzentration des Blutes abzuschätzen (will heißen, die Größe des Blutvorrats der Quelle), und 5 Erfolge geben schließlich detaillierte Informationen zu allen Aspekten der Vitæ preis. Wenn die Kraft auf das Blut Sterblicher eingesetzt wird, ist ein Erfolg genug, um äußerst kranke Quellen oder die Beimischung kainitischer Vitæ zu erkennen. Im letzteren Fall lassen mehr Erfolge den Thaumaturgen erkennen, ob die Vitæ aus einer Quelle stammt, die er zuvor gekostet hat, oder nicht.

•• Erweckung des Blutes

Obgleich sie als Methode für Tremere bestimmt war, außer Gefecht gesetzte Geschwister in der Heilung ihrer eigenen Wunden oder dem Heraufbeschwören der Kraft ihres Blutes zu unterstützen, hat die Nebenwirkung dieser Kraft – den Hunger des

Tiers des Empfängers zu erwecken – bereits dazu geführt, dass manche ihr den Spitznamen „blutige Ekstase“ gegeben haben. Indem sie das Ziel berührt, kann die Thaumaturgin dessen Fähigkeit kontrollieren, Vitæ zur Heilung oder zur Steigerung körperlicher Attribute einzusetzen, auch wenn sie nicht den Einsatz von Disziplinen auslösen kann, die den Aufwand von Blutpunkten erfordern. Die Kontrolle hält solange an, wie sie physisch in Kontakt mit dem Ziel bleibt.

System: Die Thaumaturgin gibt 1 Blutpunkt aus und würfelt wie üblich für Erfolge, nachdem sie das Ziel berührt hat. Jeder Erfolg zwingt das Ziel, in einer Weise, die die Thaumaturgin auswählt, 1 Blutpunkt auszugeben, entweder um Schaden zu heilen, der nicht schwer heilbar ist, oder ein körperliches Attribut anzuheben. Solange Erweckung des Blutes wirkt, ist die Schwierigkeit des Opfers, Raserei zu widerstehen, ebenfalls um die Zahl der Erfolge erschwert, was möglicherweise Raserei selbst in Situationen auslesen mag, in denen dies sonst nicht der Fall wäre.

••• Inneres Gefäss

Durch eine Form von innerer Alchemie kann ein Thaumaturg diese Kraft dazu nutzen, seine Vitæ temporär zu konzentrieren, um sich wie die eines Vampirs einer älteren Generation zu verhalten. Obgleich es keine vollständige Verwandlung des Blutes ist, erlaubt sie dem Anwender, manche Gaben effektiver zu kanalisieren.

System: Nachdem er 1 Blutpunkt ausgegeben und gewürfelt hat, kann der Vampir diese darauf aufteilen, entweder seine Generation effektiv um eins pro Erfolg zu verringern, oder dem Effekt eine Wirkungsdauer von je einer Stunde zu geben. Wenn kein Erfolg auf Wirkungsdauer verteilt wird, hält der Effekt nur eine Runde an. Die temporäre Veränderung wirkt sich auf die Fähigkeit des Vampirs aus, Beherrschung einzusetzen, auf die Anzahl von Blutpunkten, die er in einer Runde ausgeben kann, auf Eigenschaftsmaxima und die Anzahl von Blutpunkten, die sein Körper fassen kann. Es wirkt sich weder auf die Generation eventueller Kinder aus, die er unter der Wirkung er Kraft zeugt, noch auf das Resultat von Diablerie während der Wirkungsdauer. Diese Akte verlaufen wie gewöhnlich.

•••• Vitae-Raub

Diese Kraft erlaubt der Thaumaturgin, einem Ziel innerhalb von bis zu 15 m Entfernung Blut zu entreißen und es in ihren Körper zu holen, als hätte sie es direkt konsumiert. Das Blut bricht aus Mund und Poren des Ziels hervor, fliegt in hohem Bogen durch den Raum zwischen ihnen und wird auf der Stelle von der Zauberwirkerin absorbiert. Sterbliche können durch den Raub schwer verletzt werden. Vampiren kann man Vitæ entziehen.

System: Nachdem sie 1 Blutpunkt ausgegeben und gewürfelt hat, saugt die Thaumaturgin dem Ziel einen Blutpunkt für jeden Erfolg aus und addiert sie zu ihrem eigenen Blutvorrat hinzu. Blutpunkte über das hinaus, was die Zauberwirkerin normalerweise aufnehmen könnte, gehen in einer Blutlache zu ihren Füßen verloren. Sterbliche, die Ziele dieser Kraft werden,

nehmen 1 Stufe tödlichen Schadens pro Erfolg. Kainiten nehmen keinen Schaden, verlieren jedoch die entsprechende Menge Blutpunkte. Das gestohlene Blut zu konsumieren bringt die Thaumaturgin einem Blutsband mit dem Ziel näher, als hätte sie es direkt von der Quelle getrunken.

••••• Blutkessel

Obgleich ihm die Subtilität der Kraft der Assamiten fehlt, Blut zu vergiften, ist der Blutkessel nicht minder effektiv in seinen Ergebnissen. Mit einer Berührung lässt der Thaumaturg das Blut eines Ziels, ob sterbliches Blut oder Vitæ, von innen heraus verbrennen, was schwere Verletzungen hervorruft.

System: Der Thaumaturg muss das Ziel zusätzlich zu den anderen Erfordernissen der Kraft berühren. Im Kampf oder bei einem unfreiwilligen Ziel könnte dies einen Wurf auf Geschick + Handgemenge erfordern. 1 Erfolg ist genug, um einen Sterblichen zu töten. Gegen einen Vampir richtet jeder Erfolg 1 Stufe schwer heilbaren Schaden an und vernichtet 1 Blutpunkt.