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Wanga

Thaumaturgie · Setitenhexerei

Wanga
Blutriten · S. 79

Während der Kolonisierung der Neuen Welt sind zahlreiche neue Religionen durch die Mischung der Stammesglauben der afrikanischen Sklaven mit dem europäischen Christentum entstanden. Diese neuen Glaubensrichtungen faszinierten die Schlangen des Lichts damals wie heute. Obwohl sich einige dieser religiösen Tendenzen grundlegend unterschieden, teilten sich viele doch zumindest zu einem gewissen Grad ein gemeinsames Fundament. Voudoun, Santería und Palo Mayombe beinhalten alle beispielsweise die Verbundenheit mit Geistern, die Personifizierungen der zahlreichen Aspekte der Welt darstellen. Die Anbeter dieser Geister konnten ihre Macht kanalisieren, wenn sie ihnen die richtigen Geschenke und Opfergaben darbrachten.

Diese Macht, die sie nutzten, wurde unter den Schlangen des Lichts als Wanga bekannt (S. 165-166). Viele Schlangen des Lichts wandten sich der Anwendung des Wanga zu, da sie, obschon sie sich von Seth abgewandt hatten, damit ein mächtiges Werkzeug an der Hand hatten, das ihnen auf der Suche nach ihrer eigenen Göttlichkeit nutzen konnte, wenn sich eine Gelegenheit ergab. Viele Kobras wenden das Drumherum von Voudoun bei ihren Praktiken an, um auf diese Weise das Wesen der Macht zu unterstreichen. Eine Aura des Mystischen und der Angst um sich herum aufzubauen, ist etwas typisches für die meisten Wangateurs.

Stilistisch gesehen und sehr zur Frustration der Tremere, die von dieser Art der Hexerei gehört haben, sind Wanga-Riten eine Mischung aus sowohl Pfad-, als auch Ritualpraktiken. Viele Kräfte, die als Pfad betitelt wurden, weisen rituelle Komponenten auf, die eine erfolgreiche Beschwörung erfordern und viele Rituale benötigen nur einen Bruchteil der Anstrengungen, die normale thaumaturgische Rituale in der Regel abverlangen. Dies ist die Schwäche der Tremere: sie versuchen jede neue Form der Magie, die sie entdecken, einfach als einen Ableger der Thaumaturgie zu entschlüsseln. In einiger Hinsicht hat Wanga mehr mit Assamiten-Hexerei, als mit Thaumaturgie gemeinsam, da es die Beschwörung eines bestimmten Geistes für eine erfolgreiche Durchführung voraussetzt. Es verwundert daher auch kaum, dass viele Wangateurs die Effekte, die normalerweise mit dem Pfad der Geistermanipulation (S. 142-145) einhergehen, nachstellen können. Es ist ebenfalls keine Überraschung, dass auch Voudoun-Nekromantie (S. 87-88) thematische und stilistische Ähnlichkeiten mit Wanga aufweist. Schließlich beziehen sie sich auch beide auf dieselbe Religion, obwohl sie sich auf verschiedene Arten auf verschiedene Aspekte konzentrieren.

Die Schlangen des Lichts sind wohlbekannt dafür, dass sie ihre Voudoun-Kenntnisse des Wanga dafür verwenden, ihre Feinde zu verfluchen oder jene, die ihre Schutzbefohlenen bedrohen. Abgesehen davon, würden die Kobras jeden

verfluchen, wenn sie ausreichend dafür bezahlt werden. Obwohl es oberflächlich so aussieht, als würden sie die Praktiken ihrer Künste wie Söldner anbieten, bedeutet das nicht, dass sie nicht denselben Glauben und dieselbe Hingabe empfinden, wie die anderen Schulen der Setitenhexerei.