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Pfad des Phobos

Thaumaturgie · Thaumaturgie

Dunkle Thaumaturgie
Blutriten · S. 168–170

Infernalisten wissen, welche Macht der Angst und der Verzweiflung innewohnen. Anwender dieses Pfades steigen auf

magische Weise in die Tiefen der Psyche des Opfers ein, entlocken ihnen ihre tiefsitzenden Ängste und lassen sie real erscheinen. Gebildete Sabbat-Infernalisten bevorzugen diesen Pfad, da sie sich an den unterschwelligen Effekten des Einsatzes der eigenen Ängste des Opfers ergötzen, anstatt vulgär und brutal Feuer und dämonische Diener zur Schau zu stellen.

Infernalisten riskieren immer, die ihren Opfern entlockten Albträume später selbst zu durchleben, nachdem sie ihren Zielen die dunkelsten Erinnerungen entlockt haben. Sollte ein Charakter den Pfad des Phobos mehr als ein Mal in einer Geschichte anwenden, sollte der Erzähler auf einen Wurf auf Manipulation + Empathie (Schwierigkeit 7) bestehen.

Jede Nacht, die er die Albträume bei seinem Opfer entfesselt hat, wacht der Anwender dann selbst blutgebadet auf, was ihn effektiv einen zusätzlichen Blutpunkt zum Aufwachen kostet, aufgrund des Mangels an erholsamem Schlaf. Dies ist der Preis des Einblicks in die Hölle. Die Anzahl der Erfolge zeigt an, wie lange der Charakter sich noch mit den gestohlenen Ängsten in seinem Geist herumplagen muss.

1 ErfolgEine Woche
2 ErfolgeFünf Tage
3 ErfolgeVier Tage
4 ErfolgeZwei Tage
5 ErfolgeEin Tag

• Angst

Der Infernalist nutzt die Macht der Hölle, um den Geist seines Opfers zu verdrehen, sodass es paranoid wird. Undeutliche Schatten und Formen flackern in den Augenwinkeln des Opfers auf und quälen es, indem sie weiter lauern.

System: Der Infernalist kann jedes Ziel in seinem Blickfeld anvisieren. Er muss sich konzentrieren, auf das Opfer zeigen und die entsprechende Anrufung an die Hölle aussprechen. Sollte er Erfolg haben, gerät das Opfer spürbar aus der Fassung und wird besorgt, was rollenspielerisch zum Ausdruck gebracht werden sollte. Um zu widerstehen, muss das Opfer einen Mutwurf ablegen (Schwierigkeit 4 + die Anzahl der Erfolge beim Aktivierungswurf, maximal 9), um noch etwas anderes tun zu können, außer nach dem eingebildeten Verfolger Ausschau zu halten.

Alle Würfelvorräte des Opfers werden während der Anwendung dieser Kraft automatisch um 1 reduziert. Die Dauer der Kraft wird durch die beim Aktivierungswurf erzielten Erfolge beschränkt:

1 ErfolgEine Runde
2 ErfolgeFünf Runden
3 ErfolgeEine Stunde
4 ErfolgeEine Nacht
5 ErfolgeZwei Nächte

•• Spuk

Diese Kraft verwandelt den Verdacht in Furcht, da die wandernden Schatten zu furchteinflößenden Bedrohungen werden. Das Opfer spürt, dass etwas Furchtbares geschehen wird, wenn es nicht umgehend aus dem betroffenen Gebiet flieht. Es könnte sich einbilden, das Aufblitzen eines Gewehrlaufs gesehen zu haben oder das Klackern hart besohlter Schuhe auf dem Gehweg hinter sich hören. Es könnte sich sogar einbilden, den Schweiß seines Verfolgers riechen zu können oder seinen Atem im Nacken zu spüren.

System: Der Infernalist muss sein Opfer sehen und ein Gebet an die Hölle flüstern, damit die Kraft wirkt. Das quälende Unbehagen im Hinterkopf des Opfers wird zunehmend greifbarer. Sterbliche müssen einen erfolgreichen Mutwurf ablegen (Schwierigkeit 7), damit sie nicht vor Panik fliehen. Vampire müssen denselben Wurf ablegen, doch wenn sie scheitern, verfallen sie dem Rötschreck.

••• Terror

Der Infernalist kann dem Opfer seine Ängste entlocken und es damit konfrontieren. Das Opfer sieht, was es am meisten fürchtet. Wenn es Angst vor Spinnen hat, fühlt es Spinnweben über Gesicht und Hände streifen und wie tausende eingebildeter Arachniden über seinen Körper krabbeln. Es könnte sie sogar über den Boden huschen hören oder wie sie mit ihren grausigen Chelizeren klackern. Für das Opfer sehen die Auswirkungen sehr real aus, obwohl es sich für Außenstehende lediglich um Illusionen handelt.

System: Der Infernalist muss sich einen Augenblick konzentrieren und dann auf das Opfer zeigen. Sollte er Erfolg haben, muss das panikerfüllte Opfer erfolgreich einen Mutwurf ablegen (Schwierigkeit 7), um die Angst abzuschütteln und wieder handeln zu können. Andernfalls kauert es sich einfach zusammen und versucht, sich vor den eingebildeten Objekten seiner Panik zu verstecken. Ein Patzer bei diesem Mutwurf verursacht eine Geistesstörung, vorzugsweise passend zur Panikattacke, von der das Opfer heimgesucht wird.

Die Dauer der Kraft wird durch die beim Aktivierungswurf erzielten Erfolge beschränkt:

1 ErfolgEine Runde
2 ErfolgeFünf Runden
3 Erfolge30 Minuten
4 ErfolgeEine Stunde
5 ErfolgeEine Nacht

•••• Plage

Der Infernalist erkennt nun die am tiefsten sitzende Angst des Opfers. Er kann sein Opfer in jeder wachen Minute in die dunkelsten Tiefen seiner Phobie zwingen. Eine Person, die Panik vor dem Ertrinken hat, spürt wie die Luft um sie herum dicker wird und in seiner Brust gerinnt, bis sie nicht mehr atmen kann, während eine Person mit Angst vor Vampiren überall Personen mit Fängen erkennt, von ihren Arbeitskollegen bis zu Leuten, die hinter der nächsten Ecke lauern. Irgendwann ist das Opfer so erschöpft, dass es sich nicht mehr erheben kann, um eine weitere Nacht grenzenlosen Horrors zu ertragen.

System: Der Infernalist muss das Opfer sehen und es dann laut verfluchen, damit diese furchtbare Kraft einsetzt. Ist das Opfer verflucht, hält diese Kraft für eine Woche an. Das Opfer wird andauernd und ununterbrochen von seinen Ängsten heimgesucht. Solange diese Kraft anhält, werden alle Willenskraftwürfe so abgehandelt, als läge der permanente Wert des Opfers um drei Punkte niedriger als sonst (bis zu einem Minimum von 1).

••••• Angsttrinker

Diese Kraft erlaubt es dem Infernalisten, sich temporär von Angst zu nähren, als sei es Blut. Diese Erfahrung führt zu einem Zustand euphorischer Ekstase, die jene des normalen Trinkens übersteigt, doch es ist eine gefährliche Praxis, wenn sie zu häufig eingesetzt wird. Der Infernalist verwandelt die reine emotionale Aufladung aus der Angst des Opfers in einen magischen Ersatz für Vitae.

System: Solange er sein Ziel fest im Blick hat, kann der Infernalist versuchen, sich von jeglicher Angst zu nähren, unter der das Opfer gerade leidet. Selbstverständlich muss das Opfer auch einen Grund haben, sich vor etwas oder jemandem zu fürchten, während der Infernalist diese Kraft anwendet. Diese Ängste dürfen allerdings nicht durch andere Anwendungen des Pfades hervorgerufen werden.

Die Anzahl der Erfolge beim Aktivierungswurf gibt an, wie viele Punkte in den „Angstvorrat“ des Infernalisten transmutiert werden. Jeder Punkt dieses „Angstvorrats“ kann genau wie ein Blutpunkt ausgegeben werden, auch über das Generationsmaximum hinaus. Diese zusätzliche Machtquelle muss allerdings vor Sonnenaufgang genutzt werden oder sie verfällt.

Zum verlorenen Punkt Willenskraft bedeutet ein Patzer, dass der Infernalist keine „Angstpunkte“ vom Opfer erhält und diese Kraft auch für die kommenden 24 Stunden nicht wieder auf das Ziel anwenden kann.