Die lange Nachtwache
Riten · Riten
W20 · Grundregelwerk · S. 208
Garou · Stufe 3
Stufe 3 Dieser Ritus findet zur Zeit der Herbsttagundnachtgleiche statt, wenn die Zeit der langen Tage von der Zeit der langen Nächte abgelöst wird. Obwohl der Sommer in vielen Kulturen traditionell die Zeit des Krieges ist, wissen die Garou, dass sich der Krieg gegen die Schatten in den länger werdenden Stunden der Dunkelheit sehr viel schwerer gestalten wird. Um sich darauf vorzubereiten, halten Sie die lange Nachtwache ab, einen Ritus, der dafür vorgesehen ist, ihnen noch größeren Appetit auf die bevorstehenden Kämpfe zu machen. Die lange Nachtwache beginnt bei Sonnenuntergang um ein loderndes Feuer (manche Stadtcaerns verzichten darauf). Die Septe verbringt den Tag vor der Wache damit, den Caern mit den im letzten Jahr errungenen Kriegstrophäen zu schmücken. Von verborgenen Gewehren und zerfetzten kugelsicheren Westen über zerstörte Wyrmfetische und Zahnketten bis zu den Schädeln von Wyrmkreaturen und mit der Asche von Vampiren vermengten Blutflecken verzieren alle nur denkbaren Arten von Andenken das Herz des Caerns. Wenn die Sonne hinter dem Horizont versinkt, beginnt der Ritenmeister mit einem Lobgesang an Helios, indem er ihm für seine Segnungen während des Sommers dankt und ihn für den kommenden Winter um seinen Schutz bittet. Anschließend preist der Ritenmeister Luna und erfleht ihre Hilfe für die langen Nächte, die der Septe bevorstehen. Um den Ritenmeister bei seinen Bitten zu unterstützen, treten die Galliards der Septe vor und erzählen Geschichten über die glorreichsten Schlachten des letzten Jahres und die Taten, die in Gaias Namen vollbracht wurden. Sie zeigen der Reihe nach auf alle Trophäen und geben Geschichten über sie zum Besten. Besonders redegewandte Mitglieder anderer Vorzeichen, die sich im vorigen Jahr sehr hervorgetan haben, haben die Ehre, als Erste die Geschichten ihrer eigenen Trophäen erzählen zu dürfen. Sobald die Galliards geendet haben, beginnen die anderen Mitglieder der Septe, ihre Versionen der Großtaten des letzten Jahres darzulegen. Das Erzählen dauert die ganze Nacht. Im Morgenrot ruft der Ritenmeister ein letztes Mal Luna an. Er widmet ihr, ihrem Bruder Helios und ihrer Schwester Gaia alle Taten des vergangenen Jahres und gelobt, dass das kommende Jahr mit Lunas Segen ebenso glorreich werden wird. Am Ende des Ritus werfen die Garou so viele Trophäen wie möglich ins Freudenfeuer und zerstören so all ihre hart erkämpften Andenken, um ihren Glauben daran unter Beweis zu stellen, dass sie im nächsten Jahr noch viel mehr Trophäen erstreiten werden.