Herbeirufen des Blutkobolds
Thaumaturgie · Thaumaturgie
Blutriten · S. 28–29
Stufe 4
Um die Meisterschaft in der Blutmagie zu erlangen, braucht es Hingabe und Zeit, abseits von Politik und der Sozialisierung der vampirischen Gesellschaft. Vertrauen ist ein seltenes Gut, besonders gegenüber einem anderen Vampir und Raubtier und einige Aufgaben sind einen Hauch delikater. Diese Kreatur wurde von einem Tremere-Ahnen erschaffen, um als durchtriebener Dieb und Saboteur eingesetzt zu werden. Bei Versuchen an einigen Tzimisce-Objekten fand er heraus, dass Vitae eine minimale Spur der Veränderlichkeit innewohnt und in diesem Moment kam ihm die Inspiration zur Erschaffung eines Blutkobolds.
Der Thaumaturg muss sich die Form seines Blutkoboldes aus toten Teilen von Tieren, unbelebten Objekten oder selbst sterblichen Kadavern zusammennähen. Dies ist ein persönlicher, individueller Prozess und nur in den seltensten Fällen werden zwei Blutkobolde gleich aussehen, selbst wenn sie vom selben Hexer erstellt wurden. (Das Fleisch von ehemals übernatürlichen Wesen funktioniert nicht und jeder Versuch, es in das Ritual einfließen zu lassen, bringt es zum Scheitern.)
Sobald dem Blutkobold der Lebensfunke eingehaucht wurde, beginnt er, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die sich auf der seines Schöpfers begründet. Der Blutkobold wurde erschaffen, um den Thaumaturgen zu lieben und zieht aus, um Dinge zu erledigen, von denen er ausgeht, dass sie seinen Schöpfer glücklich machen. Ein grausamer Zauberer wird sich daran erfreuen, dass sein Blutkobold niedere Kreaturen foltert, um seinen Meister zum Lachen zu bringen, während ein besonnener Thaumaturg einen ruhigen, bedachten Diener, der subtil und effizient arbeitet, schätzen wird.
Homunkuli werden erschaffen, um nützliche und untergebene Laborassistenten zu werden und sich das Wissen über Thaumaturgie ihrer Meister zuzulegen. Blutkobolde dagegen werden nur für das Chaos erschaffen.
System: Für Herbeirufen des Blutkobolds muss der Thaumaturg frische (nicht älter als drei Tage) Leichen von Tieren und Menschen zu einer furchteinflößenden menschenähnlichen Kreatur zusammennähen. Der Blutkobold verfügt über die Gerissenheit eines Tieres und eine empathische Verbindung zu seinem Meister, über die er von Natur aus die Bedürfnisse und Wünsche seines Herrn spürt. Als nächstes muss der Anwender sechs Blutpunkte Tremere-Blut in die Mischung geben und es über drei Nächte köcheln lassen.
Solch hingebungsvoller Dienst kommt eben nicht ohne Kosten. Der Blutkobold verlangt nach einem gewissen Maß an Aufmerksamkeit, ansonsten wird er gehässig. Nichts ist frustrierender als ein wütender Blutkobold, der wichtige Rituale unterbricht oder unbezahlbare Artefakte in einem Wutanfall zerstört. Blutkobolde müssen regelmäßig mit Blut und frischem Fleisch gefüttert werden.
Ein Blutkobold kann kämpfen, aber nicht mit außerordentlicher Effizienz; dennoch wird er sich selbst in den Tod stürzen, wenn er damit seinen Erschaffer schützen kann. Er kann auch kleine Objekte stoßen oder bewegen und er gibt einen effektiven Spion ab (obwohl er es verabscheut, längere Zeit von seinem Meister getrennt zu sein). Blutkobolde erleiden Schaden durch Sonnenlicht und Feuer wie Kainskinder und können auch durch Eintauchen in Weihwasser vollkommen zerstört werden.
Weitere Informationen über Blutkobolde und ihre Fähigkeiten finden sich auf S. 108.