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Der Pfad des Leids

Nekromantie · Nekromantie

Buch der Geheimnisse · S. 57–59

Die Inquisition verurteilt ihre Opfer, um für alle Ewigkeit verdammt zu sein, jedoch besorgen sie nur das Töten. Wir übernehmen die Verdammnis. – Rosselini, Römischer Nekromant

Die Befähigung der Giovani, mit den Geistern der Toten umzugehen, ist bei anderen Nekromanten weithin respektiert. Eine seltene Brut stellt eine Ausnahme dar – ein Syndikat römischer Sterblicher und Vampire, die den Namen Rosselini, oder Varianten davon, tragen. Die Nekromanten, die Rosalina, der vermuteten Matriarchin, folgen, sind ebenso versiert darin, die Toten einzufangen, wie jeder Giovani. Aber wo die Jungen sondieren, verhören und mit Geistern feilschen, da foltern die Rosselini-Nekromanten die Toten und pressen sie aus. Während sie dies tun, verwüsten sie die Länder der Lebenden. Ironischerweise sehen die meisten die Giovani bestenfalls als grobe Amateure. Der Pfad des Grabes wird besonders herabgewürdigt. Der Pfad des Leids ist für seine Gründer, die Rosselini, eine geheiligte Form der Kunst, welche rechtschaffene Unterstützung durch sterbliche Jäger erhält, die für den Papst arbeiten. Diese Inquisitoren sorgen dafür, dass Ketzerseelen noch mehr leiden und die Absolution sogar jenseits des Grabes erflehen. Die Nekromanten, welche den Pfad des Leids kennen, sind nur zu glücklich, das päpstliche Edikt auszuführen.

Die sterblichen Rosselini – sie tragen den Namen nur als Ehrung an den Beinamen ihrer rothaarigen Anführerin – erhielten von verschiedenen Clans und Blutlinien den Kuss. Während die Kappadozianer und Giovani unter ihnen vorherrschen, findet man Anwender des Pfades des Leids in geringeren Zahlen unter den Jüngern des Seth, Toreador, und Lasombra. Der Pfad ist neu in diesen Nächten, aber mit den Vorbereitungen von Louis IX. von Frankreich für einen neuen Kreuzzug, um Jerusalem zurückzugewinnen, und mit einer heiß brennenden christlichen Inbrunst, gewinnt eine Nekromantie, die als heilige Form gestaltet ist, zunehmend an Beliebtheit an den Höfen der Kainiten.

• Den Locus finden

Todesalben sind oft an Objekte, Orte oder Individuen gebunden, die man Fesseln nennt. Rosselini-Nekromanten wissen, dass es notwendig ist, solche Fesseln zu finden und zu bedrohen, wenn man einen hervorlocken will. Dann kann man mit dem Verhör oder der Zerstörung beginnen.

System: Der Spieler gibt einen Blutpunkt aus, während sein Vampir sich Vitae in die Augen reibt. Dann würfelt er auf Wahrnehmung + Magiegespür (Schwierigkeit 5). Ein Misserfolg hat keinen Effekt, ein Patzer bedeutet, dass der Nekromant das falsche Objekt für die Fessel hält. Ein Erfolg erlaubt es dem Nekromanten, ein ektoplasmisches Glühen

zu sehen, das etwas umgibt, was dem Todesalb wichtig ist. Das kann das Schwert sein, mit dem er getötet wurde, die Kleidung, in der er starb, oder die Tochter, welche er der Kirche überließ. Jeder zusätzliche Erfolg erlaubt es dem Nekromanten, Spuren zu anderen Fesseln desselben Todesalbs zu sehen. Der Effekt dieser Disziplin hält nur eine Szene lang an. Diese Kraft erlaubt es dem Vampir nur, Fesseln zu sehen. Während sich ein Todesalb oft manifestieren wird, wenn seine Fessel bedroht ist, kann der Nekromant ihn nicht sehen, bis er seine Anwesenheit offensichtlich macht.

•• Von Toten reinigen

Die Rosselini scheren sich nicht darum, die Toten zu beschwören oder mit ihnen zu feilschen. Sie bedrohen die Toten und berauben sie ihrer Verteidigungen. Wenn sich ein Nekromant sicher ist, dass sich ein Todesalb in einem Raum, Knochenkreis, oder einer mit Vitae gemalten Begrenzung aufhält, zwingt Von Toten reinigen den Todesalb dazu, sich selbst preiszugeben. Es wird den Geist nicht binden oder ihn zum Reden ermuntern, aber er ist dann genau dort, wo der Rosselini ihn haben will.

System: Der Nekromant muss sich in einem geschlossenen Raum befinden, einen Kreis aus Knochen formen oder einen mit seiner Vitae malen. Der Spieler muss dann einen Blutpunkt ausgeben und Geistesschärfe + Theologie (Schwierigkeit 7, um 1 reduziert, falls eine Fessel im Gebiet identifiziert wurde, und um 3, wenn die Fessel zerstört wurde) würfeln. Falls der Todesalb schon vor dem Wurf im Bereich war, der von Von Toten reinigen betroffen ist, dann wird ihn ein Erfolg aus den Schattenlanden in die lebendige Welt stoßen, und zwar in einer verletzlichen

physischen Form. Ein Misserfolg lässt die Kraft nicht wirken, ein Patzer zieht den Vampir in die Schattenlande, wo er zum Ziel dessen wird, was der Todesalb geplant hat.

Todesalben, die in den Bereich des Nekromanten gestoßen werden, haben die Werte wie in Vampire: Das dunkle Zeitalter, S. 405, und können sowohl Schlagschaden als auch tödlichen Schaden absorbieren. Todesalben, die auf diese Weise hervorgeholt werden, können frei in die Schattenlande zurückwechseln. Aber nur wenige tun das, wenn ihre Fesseln bedroht sind.

••• Blutgeissel

Blutgeißel erlaubt es einem Nekromanten, sehr zum Gefallen der Inquisition und der Rosselini, Folterschmerzen bei einem Todesalb zu verursachen. Die Kraft verlangt ein Opfer seitens des Nekromanten, denn er muss seine Vitae hergeben. Da ein Träger Wahren Glaubens Blut des brennenden Ruhms besitzen könnte, verursacht die geheiligte Vitae des Nekromanten reinigenden Schmerz beim Verdammten. Die meisten Nekromanten nehmen sich Zeit bei der Nutzung dieser Kraft. Sie verwenden sie als Mittel, das Leiden zu verlängern, und um Geheimnisse aus den geisterhaften Opfern zu pressen. Der Korpus des Todesalbs schält sich in verrottenden Brocken ab, wenn die Vitae ihn berührt. Die Blutgeißel ist wahrlich eine scheußliche nekromantische Waffe.

System: Der Spieler gibt mindestens einen Blutpunkt aus. Die Vitae fließt frei von den Handflächen und Fußsohlen des Nekromanten, welcher seine Gliedmaßen so gegen den Geist vor sich verwenden kann, als hielte er eine Peitsche

in Händen. Der Spieler muss einen Wurf auf Nahkampf  + Geschicklichkeit ausführen, um den Todesalb zu treffen. Der Todesalb erhält die Möglichkeit auszuweichen, wenn seine Situation es erlaubt. Der Nekromant verursacht beim Todesalb schwer heilbaren Schaden in Höhe der von ihm ausgegebenen Blutpunkte. Die brennende Vitae verursacht derartige Schmerzen beim Todesalb, dass seine Schwierigkeit beim Versuch, seine Kräfte zu verwenden, um 2 ansteigt.

Die Blutgeißel kann Todesalben in den Schattenlanden nicht verletzen, solange der Nekromant nicht selbst dort ist.

•••• Verfluchte Eucharistie

Nekromantie ist ein teures Unterfangen, welches seine Meister oft auslaugt und dafür verflucht, Pfade zu betreten, auf denen keiner wandeln sollte. Der Pfad des Leids erlaubt dem Nekromanten eine Wiederauferstehung, sobald seine Hingabe deutlich wird. Für Nekromanten auf diesem Pfad ist die Verfluchte Eucharistie ein Geschenk Gottes und der Beweis, dass er wünscht, der Nekromant solle seine heilige Arbeit fortsetzen. Nur durch das Versenken der Fänge in einen Todesalb zeigt Gott seinen Segen.

System: Der Spieler würfelt Widerstandsfähigkeit + Theologie (Schwierigkeit 6), während der Nekromant versucht, sich von einem Todesalben zu nähren. Bei einem Misserfolg geschieht nichts, ein Patzer führt dazu, dass brennender Eiter aus dem Todesalben dringt, welcher eine Stufe schwer heilbaren Schadens beim Kainiten verursacht. Ein Erfolg wandelt die Leidenschaft, die dem Todesalben entzogen wird, in temporäre Willenskraft um, bei einer Rate von einem Punkt Willenskraft für je zwei Punkte Leidenschaft, die verzehrt werden.

••••• Des Apostaten Seele reinigen

Die Rosselini nehmen ihr päpstliches Mandat sehr ernst. Es erlaubt ihnen, ihre Nekromantie frei zu praktizieren, und das in einer Welt, die der Magie feindlich gesinnt ist. Die Seelen der Ketzer zu kochen und den Abfluss zu trinken, ist eine Ehre und ein Bonus für die wahrlich bösartigen Mitglieder des Glaubens, welche das warme Wohlwollen

Gottes in der Genehmigung ihrer schrecklichen Taten sehen. Des Apostaten Seele reinigen ist eine unfehlbare Methode, Geister ins Vergessen zu senden.

Blutmagier fassen Anwender dieser Kraft fest ins Auge, denn sie erkennen die Ähnlichkeit zu ihrem eigenen Blutkessel (siehe Vampire: Das dunkle Zeitalter Seite 304) und wundern sich, ob ein Nekromant diese Kraft entweder gestohlen oder angepasst hat. Nekromanten bestehen natürlich darauf, dass es sich genau umgekehrt verhält. Ihre Kraft ist offensichtlich überlegen und zudem von der Inquisition abgesegnet.

System: Der Spieler gibt drei Punkte Willenskraft aus und würfelt Intelligenz + Theologie (Schwierigkeit 8), während der Nekromant sich in der Nähe von mindestens einem Todesalben befindet. Ein Misserfolg führt dazu, dass nichts passiert, ein Patzer kehrt den Effekt auf den Vampir um. Jeder Erfolg verursacht eine Stufe schwer heilbaren Schaden an der Seele des Todesalbs und jedes Wesens innerhalb von 10 Metern Umkreis um den Nekromanten, egal ob sterblich oder untot. Für jede verlorene Gesundheitsstufe des Todesalbs entsteht ein Tümpel abgestreiften Ektoplasmas. Der Nekromant kann davon trinken und erhält für jeden vom Boden aufgenommenen Tümpel einen Punkt Willenskraft zurück.

Die Anwendung dieser Kraft verunreinigt die 10 Meter um den Nekromanten herum unwiderruflich. Es entsteht eine Sphäre, in der kein Leben gedeihen kann, und in die Todesalben nie wieder eindringen können.