Teufelsmal
Kombinationsdisziplinen · Wissen der Clans · Toreador
Wissen der Clans · S. 203
In den Reihen des Sabbats gibt es eine wachsende Zahl von Toreador antitribu, die das Fleischformen erlernt haben und einen Weg entdeckt haben, Tattoos und andere Körpermodifikationen mit ihrer eigenen Präsenz zu durchdringen, wobei es gleich ist, ob besagte Modifikationen an Kainskindern oder Sterblichen vorgenommen werden. Es handelt sich hierbei um eine relativ neue Erfindung, die gegen Ende des 20. Jahrhunderts von zwei nomadischen Toreador antitribu gemacht wurde. In den Tagen vor einer Gotcha-Partie lassen sich Rudel Tattoos und Piercings stechen und an ihrem ganzen Körper symbolische Modifikationen vornehmen, die Ehrfurcht, den Blick der Furcht oder sogar Majestät heraufbeschwören. Normalerweise finden vor dem Ritual ausgelassene Feiern statt, während jedes Mitglied des Rudels sich mit dem Mal zeichnen lässt und sich ihre Aufregung vor der Jagd allmählich zur Ekstase steigert. Der Künstler muss bei seiner Arbeit sein eigenes Blut verwenden, wobei es keine Rolle spielt, ob er seine Werkzeuge damit benetzt oder ob er es mit seiner Tinte vermischt. Deswegen gehört es zum guten Ton, dass das Rudel den Künstler während der ausschweifenden Gelage mit Blut versorgt, da er selbst so viel für ihre Sache opfert. Die Modifikationen sind oft kleine Kunstwerke und bieten sowohl dem Rudel als auch dem Künstler Anlass zum Stolz. Jedes der Werke soll im Rudel ein Gefühl der Verbundenheit wecken und ist gleichzeitig auf die Wünsche der einzelnen Person zugeschnitten. Viele Rudel nehmen für bekannte Künstler sogar lange Reisen auf sich, damit sie mit einer Tätowierung von Elektra oder einem Paar silberner Kronenpiercings von Mikhail angeben können.
System: Um jemanden mit dem Teufelsmal zu zeichnen, muss der Künstler jede Stunde einen erweiterten Wurf auf Geschick + Ausdruck (Schwierigkeit 7) durchführen. Er muss dabei Erfolge in Höhe der doppelten Stufe der Präsenzkraft erzielen, mit der das Mal erfüllt werden soll. Wenn er eine Person beispielsweise mit einem Mal der Ehrfurcht versehen will, benötigt er 2 Erfolge, für Blick der Furcht hingegen 4 und für Majestät sogar insgesamt 10. Während der Erschaffung des Teufelsmals muss er einen Blutpunkt ausgeben und einen weiteren Punkt für jede Anrufung, die er der Körpermodifikation hinzufügen will. Wenn das Ziel ein Vampir ist, heilt die Modifikation ganz normal, sobald ihre „Ladung“ verbraucht wird. Wenn das Ziel sterblich ist, bleibt das Tattoo oder das Piercing zurück, verliert jedoch seine vampirische Macht.
Alternativ kann sich ein vampirisches Ziel entscheiden, einen Punkt permanenter Willenskraft auszugeben, damit die Modifikation mehr oder weniger dauerhaft an ihn gebunden wird. So kann er diesen bestimmten Präsenzeffekt einsetzen, als ob er die betreffende Disziplinkraft selbst beherrschen würde. Die Körpermodifikation und damit auch die Kraft kann dem Vampir jedoch wieder genommen werden, wenn zu diesem Zwecke ein weiteres Mal Fleischformen angewandt oder der jeweilige Körperteil abgetrennt wird.
Der Künstler, der das Teufelsmal anbringt, muss die Präsenzstufe beherrschen, die er dem Mal verleiht, und kann es nur mit Kräften bis zu Stufe 5 versehen. Die Körpermodifikation ist der Fokus der Anrufung, deswegen muss das Ziel freien Blick darauf haben, um die darin enthaltenen Präsenzkräfte entfesseln zu können. Das Ziel kann außerdem nichts einsetzen, das den Schmerz der Prozedur lindern oder betäuben würde.
Voraussetzungen: Präsenz •, Fleischformen ••