Occhio d’Uomo Morto
Nekromantie · Nekromantie
Vampire: Die Maskerade Jubiläumsausgabe · S. 176–177
Stufe 2
Um dieses Ritual zu wirken, braucht der Nekromant das Auge einer Leiche, deren Seele zu einem Geist oder Spuk geworden ist. Das Auge bereitet er in einem Vorgang, der Weihrauch, den Neumond und mitternächtliche Gesänge beinhaltet, rituell vor. Der Gesang erreicht seinen Höhepunkt, wenn sich der Nekromant eines seiner Augen aussticht und gegen das Auge der Leiche austauscht. Die Selbstheilungskräfte des Kainskindes fixieren das fremde Auge in der Augenhöhle.
Wenn das Ritual Erfolg hat, erhält der Nekromant permanent die Fähigkeit Blick ins Jenseits (s. S. 160). Diese ist immer aktiv; er muss nicht würfeln.
Außerdem kann der Vampir das Flüstern von Spuken in seiner Umgebung hören, wenn das Auge dem Leichnam eines solchen gehörte. Diese Fähigkeit ist jedoch nicht sehr exakt. Anders als bei direktem Gedankenlesen fühlt sich der Nekromant eher, als höre er eine leise geführte Unterhaltung aus einem anderen Zimmer. Mit einem Wurf auf Wahrnehmung + Okkultismus kann der Nekromant einen sehr vagen Eindruck davon erhalten, was die Spuke in der Umgebung planen. Ein Patzer bei diesem Wurf kann dem Nekromanten eine neue Geistesstörung (nach Wahl des Erzählers) einbringen,
wenn sich das Geflüster im Unterbewusstsein des Anwenders breitmacht.
Dieses Ritual hat einige Nachteile. Der erste ist, dass das Endergebnis wirklich, wirklich abstoßend aussieht. Das Erscheinungsbild des Nekromanten sinkt um 1 Punkt, wenn er keine Sonnenbrille trägt oder sein Auge anderweitig verbirgt.
Auch ist totes oder verrottendes Gewebe nicht das Beste, wenn es um normale Sinneswahrnehmungen geht. Alle weltlichen Wahrnehmungswürfe, die mit Sehen zu tun haben, sind um 1 erschwert (möglicherweise sogar mehr, wenn die Leiche zu Lebzeiten schlechte Augen hatte). Andererseits bietet diese getrübte Sicht einen gewissen Schutz gegen Kräfte, die Blickkontakt erfordern. Diese Disziplinen sind gegen einen Nekromanten mit einem toten Auge um 1 erschwert.
Am wichtigsten ist aber, dass der Geist, dessen Leiche der Nekromant entweiht, das weiß und es ihm sehr wahrscheinlich nicht gefällt. Der Geist kann den Nekromanten, der sein Auge hat, überall finden, und alle Geisterkräfte gegen den Nekromanten sind für den betreffenden Todesalben oder das Gespenst um 1 erleichtert.