Verzückung
Kombinationsdisziplinen · Wissen der Clans · Toreador
Wissen der Clans · S. 202–203
Toreador · 15 EP
Viele Toreador behaupten, dass ihr Clan dem Fluch entgangen sei und sie als einziger Clan gesegnet wurden. Jene, die die Geheimnisse von Verzückung erlernen, posaunen diese Behauptung meist besonders laut heraus.
Jeder Toreador, der eine Szene oder einen Gegenstand von besonderer Schönheit sieht, wird davon in den Bann geschlagen. Diese Trance stellt sozusagen das Gegenstück zu der hässlichen Raserei dar, mit der sich das Tier normalerweise manifestiert. Jene, die über die Kraft der Verzückung gebieten, können eine derartige Szene vor ihrem geistigen Auge wieder aufleben lassen, beinahe so, als ob sie sich wieder in jenem Moment befinden würden. Das verleiht ihnen Kraft und innere Stärke. Die Erinnerung an einen solch schönen Moment wappnet sie gegen die irrationale Begierde, die Raserei oder die Ängste des Tiers. Außerdem kann der Toreador diese Verzückung auf einen anderen projizieren und ihn so besänftigen, wenn er in Raserei verfällt oder von Zorn gepackt wird.
System: Um diese Kraft zu nutzen, muss sich der Toreador absichtlich in Trance versetzen, während er sich eine Aufführung anschaut, ein Kunstwerk betrachtet oder einem Lied lauscht, also im Prinzip während er sich an etwas von großer Schönheit ergötzt. Die Dauer der Trance hängt davon ab, um welches Kunstwerk es sich handelt. Der Toreador ist verzaubert, solange das Lied oder der Tanz dauert, oder bis das Kunstwerk bedeckt wird. (Aus diesem Grund setzen nur sehr wenige Toreador die Kraft bei einem Gemälde ein.)
Innerhalb einer Szene nach der Trance darf der Spieler einen Wurf auf Intelligenz + Empathie machen. Bei einem Erfolg kann der Vampir vorübergehend seine Selbstbeherrschung, sein Gewissen oder seinen Mut temporär um einen Punkt erhöhen, bis zu einem Maximum von 5 Punkten. Die Eigenschaft bleibt bis zum Ende der Nacht erhöht. Die Schwierigkeit entspricht dem doppelten aktuellen Wert der Eigenschaft. Ein Vampir mit Selbstbeherrschung 4 würfelt also beispielsweise gegen eine Schwierigkeit von 8, um einen weiteren Punkt Selbstbeherrschung zu erlangen. Nur eine Tugend kann gleichzeitig auf diesem Weg erhöht werden. Außerdem muss das Kunstwerk in irgendeiner Verbindung zu der Tugend stehen. Wenn man sich Davids „Schwur der Horatier“ ansieht oder Holsts „Die Planeten“ anhört, könnte man damit seinen Mut steigern, aber nicht seine Selbstbeherrschung. Die Kraft geht nicht verloren, wenn der Vampir nicht mehr den Pfad der Menschlichkeit beschreitet, allerdings müssen die Kunstwerke, aus denen er seine Verzückung bezieht, dann zu seinem neuen Weltbild passen.
Wenn er Verzückung nutzen will, um den Willen einer anderen Person zu stärken, würfelt er auf Geistesschärfe + Ausdruck. Außerdem erhöht sich die Schwierigkeit für die Nutzung der Kraft um eine Stufe, wenn sie auf eine andere Person angewandt wird. Wenn das Ziel beispielsweise momentan über einen Gewissenwert von 3 verfügt, beträgt die Schwierigkeit für den Toreador 7. Ein Patzer kostet einen Punkt Willenskraft. Das Ziel muss mit dem Toreador kooperieren und sich von ihm auf eine Art meditative Reise führen lassen. Oftmals konzentriert sich das Ziel dazu auf ein Kunstwerk, das von dem Toreador, der Verzückung einsetzt, eigens zu diesem Zwecke geschaffen wurde. Bei einem erfolgreichen Einsatz der Kraft profitiert das Ziel statt dem Toreador von dieser Kraft.
Es kostet 15 Erfahrungspunkte, diese Kraft zu erlernen.
Voraussetzungen: Beherrschung, Präsenz •••