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Esilio

Nekromantie · Nekromantie

Vampire: Die Maskerade Jubiläumsausgabe · S. 180

Stufe 5

Wie Tempesta Scudo ist Esilio ein schnelles, fast improvisiertes Ritual. Der Nekromant deklamiert einfach fünf Silben. Niemand kann die Sprache, in der die Worte überliefert wurden, identifizieren, doch laut der zweifelhaften Geschichte des Rituals sollen die Worte Überbleibsel der Sprache sein, die Gott der Menschheit vor der babylonischen Sprachverwirrung gab. Außerdem besagt die Legende, Kains Vater habe diese Worte zu seinem Sohn gesprochen, als er ihn nach Nod verbannte.

Ungeachtet des Wahrheitsgehaltes all dessen äußert niemand diese angeblichen Worte der Verbannung leichtfertig. Wenn das Ritual gelingt, öffnet es ein Loch in der Realität, einen Riss zwischen dem Reich der Lebenden und den finstersten Tiefen der Unterwelt. Dieser Riss ist für das bloße Auge unsichtbar, doch mit Blick ins Jenseits oder Zeuge des Todes ist er als pechschwarzer Strudel zu erkennen, der sich im Körper des Vampirs öffnet (die wenigen, die das Pech hatten, mit hohen Stufen der Disziplin Auspex in den Riss zu blicken, wollten oder konnten danach nicht mehr darüber sprechen). Jeder Geist, der sich an die Brust des Kainskindes klammert oder dort gehalten wird, wird sofort in Stücke gerissen. Um einen Geist so zu umklammern, ist ein erfolgreiches Infight- oder Rammstoßmanöver erforderlich. Genau wie auf andere Weise zerstörte Geister kommt ein so zerstörter Geist für mindestens einen Monat nicht zurück. Ein so vernichteter Todesalb kommt meist als Spuk zurück, wenn überhaupt.

Der Nekromant kann so viele Geister einfangen und zerstören, wie er Erfolge beim Ritualwurf erzielt hat. Dann schließt sich der Strudel. Er schließt sich auf jeden Fall am Ende der Szene.

Natürlich ist es weder einfach noch gesund, den eigenen Körper als Tor an einen Ort zu verwenden, den jede einigermaßen intelligente Person als Hölle bezeichnen würde. Zunächst kostet es den Anwender 1 Blut- und 1 Willenskraftpunkt (dieser Willenskraftpunkt bedeutet jedoch keinen automatischen Erfolg beim Ritualwurf). Zweitens erleidet der Nekromant durch jeden gewürfelten Erfolg 1 Stufe nicht absorbierbaren, tödlichen Schadens. Drittens reduziert jede Anwendung von Esilio die Menschlichkeit des Nekromanten permanent um 1.