Garou
Buchübergreifende Regeltexte zum Nachschlagen. Die Quellen stehen bei den Einträgen; das Inhaltsverzeichnis führt zum gewünschten Abschnitt.
432 Einträge · Seite 18 von 18
Riten
Ritus des Wiedererwachens
W20 · Grundregelwerk · S. 208
Garou · Stufe 2
Stufe 2 Dieser Ritus feiert die Frühlingstagundnachtgleiche, die Zeit der Wiedergeburt. Der Ritenmeister beginnt den Ritus bei Sonnenuntergang, indem er die versammelten Garou auf eine Queste ins Umbra führt. Eine solche Queste ist manchmal nur symbolisch, aber während die Zeit der Apokalypse immer näher rückt, suchen die Reisenden in den Umbrareichen immer häufiger echte Gefahr – oder werden von ihr gefunden. Die Queste umfasst stets sieben Prüfungen. Diese Prüfungen stehen für die sieben Tore der Unterwelt. Die Prüfungen sind von Stamm zu Stamm grundlegend verschieden, doch die Prüflinge werden immer mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert. Eine Prüfung könnte beispielsweise darin bestehen, sich einem Plagengeist zu stellen, während eine andere die Suche nach einem im Tiefen Umbra verlorenen Fetisch beinhalten könnte. Bei jeder Prüfung müssen die Teilnehmer etwas aufgeben, sei es ein lieb gewonnener persönlicher Fetisch, ein alter Groll oder falscher Stolz. Wenn die Garou diese Tore hinter sich lassen, können sie die Erde erneuern, die Wintergeister vertreiben und den Weg für die Jahreszeit des Wachstums und des Grünens ebnen. Am Ende des Ritus kehren die Werwölfe in ihre Körper zurück. Zu diesem Zeitpunkt suchen viele Stämme die Nähe von Blutsgeschwistern oder anderen Menschen und Wölfen, um sich wieder an Fleischeslust zu gewöhnen, die unglaublichen Schönheiten des Lebens und die Notwendigkeit seines Fortbestehens in zukünftigen Generationen zu feiern. Es ist kaum überraschend, dass in dieser Nacht ein Großteil der Metiswelpen gezeugt wird. Obwohl derartige Verbindungen immer tabu sind, lässt die intensive Dramatik dieses Ritus solche Bedenken bisweilen in den Hintergrund treten.
Ritus des Winterwindes
W20 · Grundregelwerk · S. 207
Garou · Stufe 2
Stufe 2 In der längsten Nacht des Jahres führen die Garou diesen Ritus durch, um Helios zu ehren und ihm die Kraft zu verleihen, die Tage wieder länger werden zu lassen. Nach Meinung vieler Garou werden die Nächte immer länger werden, wenn dieser Ritus nicht durchgeführt wird, bis Gaia in einen schrecklichen Dämmerzustand fällt, in dem sie unablässig Schmerzen erleidet. In der heutigen Zeit halten die meisten Werwölfe das für reinen Aberglauben, aber sogar diese Skeptiker nehmen enthusiastisch am Ritus teil. Der Ritus der Winterwinde wird in den verschiedenen Septen selten auf die gleiche Weise abgehalten. Europäische Garou praktizieren eine weitverbreitete Version, die damit beginnt, dass der Ritenmeister die Garou um ein kleines Freudenfeuer versammelt. Dann leitet er die Gruppe zu einem ausgedehnten Geheul an, das als leises Knurren beginnt und zu einem sich überschlagenden Crescendo anwächst. Wenn der Ritenmeister den Eindruck hat, die Spannung habe ihren Höhepunkt erreicht, springt er nach vorne, schnappt sich einen brennenden Zweig und rennt in den Wald. Die anderen Garou folgen ihm und schnappen sich beim Aufbruch auch Äste. Sie rennen so schnell sie können und geben dabei so viele beängstigende und fremdartige Laute wie möglich von sich. Dieser Ritus wird abgehalten, um Gaia in den Wehen anzufeuern, während sie die Sonne zur Welt bringt, und alle Diener des Wyrms zu vertreiben, die in der Nähe lauern könnten, um die neugeborene Sonne zu stehlen oder Gaia zu verletzen, wenn sie ihre Aufmerksamkeit von der Oberflächenwelt abwendet. Schließlich führt der Ritenmeister das heulende Rudel wieder zurück zum Freudenfeuer, wo es seine Äste wieder den Flammen übergibt. Wenn das Feuer erst einmal lodert, feiern die Garou eine Schwelgerei, die bis zur Morgendämmerung dauert. Dann begrüßen sie die neugeborene Sonne mit einem letzten, triumphierenden Geheul.
Sonnengruß
W20 · Grundregelwerk · S. 209
Garou · Stufe 0.5
Dieser Ritus wird von einigen Kindern Gaias und wenigen Uktena und Wendigo praktiziert. Er ist dem Mondgruß sehr ähnlich, wird aber bei Sonnenaufgang durchgeführt. System: Der Werwolf muss Helios neun aufeinanderfolgende Tage lang bei Sonnenaufgang preisen. Wenn er das tut, gewährt Helios seinem Anhänger einen zusätzlichen Würfel, wenn er versucht, Kreaturen des Wyrms oder Wyrmbefleckung aufzuspüren. Dafür muss der Garou seine täglichen Lobpreisungen allerdings fortführen. Setzt er auch nur einen Tag aus, so muss er den Ritus von neuem beginnen, um seine Vorzüge nutzen zu können.
Spottritus
W20 · Grundregelwerk · S. 217
Garou · Stufe 3
Stufe 3 Ein Spottritus, die ernstere Version des Steins der Verachtung, ist ein spezielles Lied, ein Tanz und/oder ein Schauspiel, das von den Halbmonden und Mondtänzern nur zu dem Zweck geschaffen wird, den Übeltäter zu verhöhnen. Dieser Ritus wird immer auf einer Versammlung abgehalten, während der Übeltäter für die gesamte Septe sichtbar dabeisitzt. Da die Garou sorgfältige mündliche Überlieferung pflegen, wird man sich des Spotts erinnern und ihn äonenlang überliefern. Jeder so „geehrte“ Garou verliert eine Menge Ruf. Kichernde Welpen singen Spottverse, die Teil des Ritus waren, und Erwachsene werden stets einige der witzigeren Zitate und der peinlichen Gesten des Ritus verwenden, wenn sie von dem Übeltäter sprechen. Solche Geschichten sind zwar gewöhnlich den Mitgliedern der Septe des Übeltäters vorbehalten, doch Trickser und Mondtänzer geben diese Satire nur allzu gern an jeden Garou weiter, der ihnen über den Weg läuft. System: Die Schwierigkeit dieses Ritus entspricht dem Rang des Übeltäters + 4. Bei Erfolg verliert der Übeltäter eine dauerhafte Rangstufe (sein Ruf wird auf die Anfangspunktzahl des nächstniedrigeren Ranges gesenkt). Der Garou kann danach normal neuen Ruf sammeln und im Rang aufsteigen. Misslingt der Ritus, verliert der Garou gar nichts, während ein Patzer den Ritenmeister fünf Punkte Weisheit verlieren lässt, weil er nun zum Ziel des Ritus wird.
Stein der Verachtung
W20 · Grundregelwerk · S. 216
Garou · Stufe 2
Stufe 2 Der Stein der Verachtung ist ein Stein, dem bösartige spirituelle Entsprechungen der Schande, des Leids und dergleichen anhaften. Manche Septen haben einen permanenten Stein der Verachtung, vor den ihre Übeltäter geschleppt werden, doch die meisten laden nur einen kleinen Stein mit solchen Energien auf. Dieser Stein wird, beginnend mit dem Ritenmeister, von einem Garou zum nächsten weitergereicht. Der verachtete Garou wird von seinen Septenkameraden dazu gezwungen, dabeizusitzen und zuzusehen. Jeder Garou, der den Stein bekommt, ritzt oder malt ein Symbol des Spotts oder der Schande auf seine Oberfläche, während er eine lächerliche oder peinliche Geschichte über das gesetzwidrige Verhalten oder andere Schwächen des Verachteten erzählt. Mondtänzer erzählen besonders kreative Geschichten. Dieser Ritus dauert oft die ganze Nacht, wobei die Geschichten immer unglaubwürdiger und erniedrigender werden. Mit dem Ende der Nacht endet auch die Strafe, obwohl die besten Geschichten oft noch eine Weile hinter dem Rücken des Übeltäters im Flüsterton weitererzählt werden. Derartiges Verhalten lässt den Garou einiges an Ruf verlieren. System: Standardwurf. Der bestrafte Garou verliert für gewöhnlich acht Punkte Ehre und zwei Punkte Weisheit.
Stimme des Schakals
W20 · Grundregelwerk · S. 216
Garou · Stufe 2
Stufe 2 Wenn das Verhalten eines Werwolfs nicht nur über ihn selbst, sondern auch über seine ganze Septe oder seinen ganzen Stamm Schande gebracht hat, wird dieser Ritus durchgeführt. Wenn der Ritenmeister ihn vollzieht, bläst er dem Übeltäter eine Handvoll Staub oder Asche ins Gesicht und spricht: „Weil deine (Feigheit/Maßlosigkeit/Selbstsucht/usw.) bewiesen hat, dass in deinen Adern Schakalblut fließt, möge deine Stimme deine wahre Brut verraten!“ Während der Staub und die Worte den Garou einhüllen, verändert sich seine Stimme. Danach wird er in unangenehm schrillem und durchdringendem nasalen Jammerton sprechen, bis der Ritenmeister die Strafe aufhebt. System: Schakalhunde, wie man so bestrafte Garou auch nennt, ziehen bei allen gesellschaftlichen Würfen zwei Würfel von ihrem Würfelvorrat ab. Sie verlieren zudem zwei Punkte Ruhm und fünf Punkte Ehre. Der Ritenmeister kann die Strafe jederzeit aufheben, obwohl sie für besonders schwere Verbrechen auch permanent ausgesprochen werden kann (und der Rufverlust somit für immer bleibt). Bestimmte Schakalhunde haben ihre wahre Stimme zurückerlangt, in dem sie eine Queste unternahmen, die für Gaia von großem Nutzen war.
Versammlungsritus
W20 · Grundregelwerk · S. 202
Garou · Stufe 1
Stufe 1 Eine Versammlung kann nicht eröffnet werden, ehe dieser Ritus durchgeführt wurde, der den Caern wieder mit Gnosis auflädt. Er beinhaltet immer ein langgezogenes Heulen, das von einem Garou angestimmt wird, der als Meister des Geheuls bekannt ist. Das Geheul hängt von Stamm und Septe ab, bringt aber immer das einzigartige Wesen der Septe zum Ausdruck. Alle anwesenden Werwölfe müssen innerhalb des Caerns einen Kreis bilden, ehe sie zu heulen beginnen. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Grundvoraussetzungen: Die Roten Klauen beißen sich oft selbst in die Pfoten und schmieren ihr Blut auf die Erde, während die Uktena ihren mächtigsten Fetisch von einem zum anderen weitergeben und nacheinander in das Geheul einstimmen. Ganz gleich, wie genau der Ritus vonstattengeht, das Geheul darf nie verstummen, damit der ewige Kreis sich schließen kann. System: Der Ritus muss mindestens einmal pro Monat durchgeführt werden, damit der Caern geweiht bleibt. Im Laufe einer Versammlung müssen die Teilnehmer den Caern mit insgesamt fünf Gnosispunkten pro Caernstufe aufladen, um ihn wieder ganz aufzufrischen.